Freitag, 10. September 2010

Runde 1 U12

Die erste Runde brachte unserer jungen Truppe ein Duell der Hansestädter, es ging gegen Rostock. Wir rechneten mit guten Chancen und in der Tat gab es an Brett 3 + 4 schon bald einen lustigen Stellungszwilling zu beobachten:


Klinge,Sabina (886) - Meyling,Lennart (1046)

SSC Rostock 07-Hamburger SK Magdeburg (1.4), 09.09.2010

Garbere,Diana (1098) - Klinge,Alexandra (1045)

SSC Rostock 07-Hamburger SK Magdeburg (1.3), 09.09.2010
Die beiden Klingschwestern wurden mit dem selben Eröffnungstrick überrascht und sahen sich schnell in der Defensive. Diana konnte ihre Stellung sogar noch schneller ausbauen, wurde von ihrer Gegnerin allerdings immer wieder in Gespräche verwickelt und erklärte zumindest zum Teil einen Konzentrationsfehler in Zug 18, der sofort die Dame kostete.
Lennart hingegen spielte ebenfalls munter nach vorne, aber seine Gegnerin verteidigte sich lange Zeit sehr umsichtig. Nach einigem Abgetausche entstand folgende Stellung:

Klinge,Sabina (886) - Meyling,Lennart (1046)

SSC Rostock 07-Hamburger SK Magdeburg (1.4), 09.09.2010



Lennart fragte mich hier etwas entnervt, ob er remis anbieten dürfte, aber der Turm auf a4 sieht so trostlos aus, dass es dafür keinen Grund gab. In der Tat erstrahlte nach dem nun kommenden 39. a3??? ein Leuchten auf Lennarts Augen, denn nicht nur der Bauer b3 ist weg, sondern der Turm gleich mit dazu. Da Diana ihre Stellung auch mit Dame weniger zumindest noch am Laufen hielt war dies bald die 1-0 Führung.

Tea zerlegt ihre Gegnerin in ihrem geliebten Drachen und auch Alex setzte seinen Gegner gleich in der Eröffnung unter Druck:

Baberz,Alexander (1505) - Bardosch,Karl (1472)

SSC Rostock 07-Hamburger SK Magdeburg (1.1), 09.09.2010


gerade hatte Schwarz versucht sich mit c6-c5 zu befreien, aber das führt vom Regen in die Traufe:
12.Sxd5 Sxd5 13.dxc5 Lxc5 14.Lxh7+! Kxh7 15.Dc2+ Kg8 16.Dxc5 b6 17.Dc2 Lb7 18.Tfd1 Tc8 19.Db3 De7 20.e4 und die Figur sieht Schwarz nicht mehr wieder.
somit fiel die Niederlage von Diana nicht mehr ins Gewicht auch wenn es nach dem Partieverlauf ärgerlich war. Ein lockerer 3-1 Auftakt, der schon mal die große Startnervosität verringerte.

Donnerstag, 9. September 2010

Die Rasselbande

In der U14 ist ein eingeschworener Haufen am Start, die füreinander durchs Feuer gehen, allerdings auch immer wieder gemeinsam auf etwas krude Ideen kommt. Etwas überraschend für uns sind wir sogar an 1. gesetzt, aber diese Favoritenrolle spiegelt die Entwicklung der Jungs in den letzten 1,5 Jahren wieder:

Julian Grötzbach: Zahlreiche Deutsche Einzelmeisterschaften und auch mit der Mannschaft schon seit Jahren gut dabei. Im letzten Jahr gab es einen kleinen Rückschlag, aber die Turnierergebnisse danach und das Training im Hamburger Kader und bei Merijn van Delft haben zu einem weiteren Leistungssprung geführt.

Daniel Grötzbach: Spielte eine ganz Zeit lang mit angezogener Handbremse und brachte sich selber durch Unsicherheit (und daraus entstehender permanenter Zeitnot) immer wieder um die Früchte seiner Arbeit. In der HMM drehte Daniel ganz groß auf und bei der U14 Endrunde gelang ihm nach völlig verkorkstem Start eine Megaserie, die ihn fast zur Deutschen Meisterschaft gebracht hätte.

Julian Kramer: Hat in den letzten 18 Monaten den allergrößten Sprung gemacht. Vor einem Jahr war Julian noch der Überraschungstorjäger in der U12. Mittlerweile sind es cirka 400 DWZ Punkte, eine Bronzemedaille (DVM U12) und ein Deutscher Meistertitel (Schulschach mit dem Gymnasium Grootmoor) und damit natürlich auch größeres Selbstbewußtsein.

Jean Louis Sander: Ebenfalls im letzten Jahr Dritter bei der DVM u12. Manchmal neigt Jean Louis noch ein wenig zur "Luschigkeit" und gibt dem Gegner noch seine Chancen, aber in der Regel ist auf den Mann 100% Verlaß und gerade als Brett4 ein absoluter Killer!

Gemischtes Quartett, noch...

Traditionell sagt die Papierform in der jüngsten Altersklasse am wenigsten aus und erst im Laufe des Turniers kristallisiert sich herraus, wer um ein Ticket für die Deutsche Meisterschaft spielen kann. Für uns war es in diesem Jahr ein besondere Wundertüte, denn im Team spielen 4 U10 Kinder, da heißt 2012 (!) können diese immer noch in demselben Turnier spielen. Das sind unsere Hoffnungsträger:

Alexander Baberz: Immer noch U10, aber schon ein erfahrener Kämpfer. 2007 spielte er zum ersten Mal in diesem Turnier und musste ordentlich Lehrgeld zahlen. Der 0/5 Start tat weh und umso mehr war ich überrascht als mich ein Berliner Trainer ansprach und meinte: "Was habt ihr denn da für einen Wunderburschen?" Gut, ein Wunder ist Alex mit Sicherheit nicht, aber eine Stimmungskanone, der bei jeder Mahlzeit dem gesamten Tisch ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. im letzten Jahr war Alex eine der großen Stützen für die Bronzemedaille auf der DVM U12.

Teodora Rogozenco: Hat schon 2009 eine NVM gewonnen, bei der U14 w holte sie am Spitzenbrett ein sehr gutes Ergebnis und holte mit Sicherheit den überraschendsten Pokal der letzten Jahr ins HSK Schachzentrum. Bei der DVM wurden dann viele Erfahrungen gesammelt, aber am Ende blieb nur die rote Laterne. In diesem Jahr hat Tea ganz offensichtlich an ihrem Zeitmanagment gearbeitet und das sollte sich auszahlen.

Diana Garbere: Gemeinsam mit Tea letztes Jahr U14w Siegerin und die Älteste in der Mannschaft. Ihre Ruhe überträgt sich auf die ganze Mannschaft und mit Tea bildet Sie ein duo, dass uns Betreuer immer wieder in den (positiven) Wahnsinn treibt.

Lennart Meyling: Wie bereits unten geschrieben, unser Junior. Taktisch sehr kreativ und bekannt dafür auch in schlechten Stellungen immer wieder eine Idee zu finden. Für Lennart ist es das erste große Mannschaftsturnier und das wird eine ganz ganz tolle Erfahrung. In den ersten 1,5 Tagen ist er von der U14 Mannschaft schon fast "adoptiert" worden.

und last but not least:

Joshua Lampert: Kommt nur am Ende, weil es sonst dramaturgisch mit dem Titel nicht mehr passt. Joshua übernimmt ab morgen Mittag das Brett 2 und hat im letzten Jahr gemeinsam mit Alex ganz wichtige Punkte für den Erfolg in der DVM gesammelt. Diesen Sommer in der Schweiz gab es sehr gute Ergebnisse, hoffen wir, dass er seine Form in den Frühherbst gerettet hat.

Im Osten nichts Neues!

Und das ist diesmal durchweg positiv zu verstehen. Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft wir NVMs unter Leitung von Michael Zeuner und seinem Team (früher auch noch federführend das Magdeburger Original Markus Schwenke) in Magdeburg gespielt haben. Mit einigem Schrecken habe ich festgestellt, dass eine Mannschaft mit der Aufstellung Stefan Schnock, Robin Stellwagen, Hendrik Möller und Rashed Akram im Jahre 2002 in der Elbstadt Norddeutscher Meister U16 wurde. Die Spieler haben mittlerweile zum größten Teil den Sprung bis in die 3. Liga geschafft, sind dazu "normale" Jungs geblieben und sind uns allen immer noch freundschaftlich verbunden. Das Jahr 2002 soll auch in dieser Ausgabe wieder seine Bedeutung haben, ist es doch das Geburtsjahr unseres jüngsten Spielers ist. Lennart Meyling ist zur Zeit gemeinsam unser Topscorer in der U12 Mannschaft, gemeinsam mit Alexander Baberz. Aber bevor wir zum Turnier kommen schwelge ich noch ein wenig in Erinnerungen.

Die Norddeutschen Meisterschaften waren für mich das erste Highlight als Trainer. Als Spieler immer zu schlecht (zu spät angefangen, zu untalentiert und dann immer in einer Altersklasse mit solchen Namen wir Gustafsson und Sebastian, ja man hatte es nicht so leicht;-)), lernte ich erst als Betreuer den Spaß, aber auch den Streß solcher Meisterschaften kennen. Für die Spieler ist es das Saisonhighlight, es sei denn es geht noch eine Runde weiter, und für die Jugendarbeit eines Klubs ist es immer ein Fingerzeig wo man steht, im Norddeutschen Vergleich. Eine erfreuliche Entwicklung ist auch immer zu beobachten, wenn man plötzlich Jungtrainer wieder erkennt, weil sie vor ein paar Jahren noch selber mitgespielt haben. Sei es Robert Zentgraf aus Torgelow, Clemens Harder von Königsspringer, Jade und Arne, die damals noch für SKJE bzw. HSK am Start waren. Auch das Organisationsteam wird immer wieder aufgefrischt. Ein bärenstarker Spieler wie Evgeni Degtariev, mittlerweile 2. Ligaspieler bei König Tegel, ist sich nicht zu fein, seinem alten Heimatverein unter die Arme zu greifen, Bravo! Doch genug der Nostalgie, jetzt geht es um den Turnierstart: